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Neujahrsempfang 2016 des SPD Ortsvereins Altenriet

Welchen Wert hat die Tradition?

Am Freitag, den 15. Januar 2016, hatte der SPD Ortverein Altenriet zu seinem traditionellen Neujahrsempfang in das Ev. Gemeindehaus von Altenriet eingeladen. Der 1. Vorsitzende des SPD Ortsvereins Hans-Georg Kruse begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste sowie die Redner und Musiker der Veranstaltung. Stefanie Halder mit Tochter Salome aus Altenriet gestalteten den Neujahrsempfang zu Beginn und zwischen den einzelnen Wortbeiträgen musikalisch mit Stücken für Klavier und Flöte auf gekonnte Weise zur Freude der Besucher. Erster Redner des Abends war Pfarrer Michael Walter mit einem Grußwort passend zur Losung 2016 der ev. Kirche „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Er führte dabei Geschichtliches und den aktuellen politischen Bezug  zum Thema „Trost“ aus. Trost gespendet werde u. a. derzeit durch die Ergebnisse der Weltklimakonferenz als Genesungsplan für die Erde sowie das soziale Engagement vieler Menschen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise, hervorgerufen durch Flucht und Vertreibung. Getröstet zu werden sei dazu geeignet, verloren gegangenen Optimismus wieder zu erlangen. Bürgermeister Bernd Müller stellte in seinem Grußwort fest, dass der Neujahrsempfang des SPD Ortvereins immer eine gute Gelegenheit sei, mit den Bürgern zu Beginn eines Jahres zusammenzukommen und sich auszutauschen. Die Gemeinde Altenriet stehe inzwischen wieder besser da, weil die Steuereinnahmen gestiegen seien. Auf der anderen Seite seien auch die Ausgaben gestiegen, z.B. durch die Kanalsanierung in 2015. Erst kürzlich sei die Errichtung eines Mehrzweckraums für die Grundschule beschlossen worden, welcher in 2017 fertiggestellt werden soll. Als eine der größten Herausforderungen im Land und auch für Altenriet sehe er die Integration und Akzeptanz der derzeit nach Deutschland strömenden Flüchtlinge. Diese sollen in Altenriet zunächst für ein Jahr in einem Hallenzelt und danach in festen Unterkünften untergebracht werden. Eine ganze Reihe Altenrieter Bürger habe sich gemeldet, um hier Unterstützung zu leisten. Er sprach allen engagierten Mitbürgern seinen Dank für den geleisteten Einsatz aus und verband dies mit guten Wünschen für das Jahr 2016. Der Hauptredner des Abends, Wulf Wager, begann seinen Vortrag zunächst mit einer treffenden Definition des Begriffes „Tradition“. Mit Tradition werde die Weitergabe von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen oder das Weitergegebene  selbst wie Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche und Sitten bezeichnet. Tradition haben in Altenriet z.B.  die Brezel bzw. der Brezelmarkt sowie die Sternsinger. Tradition werde zumeist durch Feste im Jahreskreislauf wie z.B. Fastnacht, Ostern, Pfingsten, Volksfest oder Weihnachten vorgegeben. Sie sei das kulturelle Erbe, welches von einer Generation zur nächsten weitergegeben werde. Traditionen geben dem Jahr Struktur und Sinn und wirken gemeinschaftsbildend. Sie gliedern das Jahr in Erwartung als Vorfreude sowie Erinnerung als Nachfreude. Zur Bewahrung des weltweiten traditionellen Wissens und Könnens habe die UNESCO 2003 das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Im deutschen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes seien u.a. die schwäbisch-alemannische Fasnet, der rheinische Karneval, die deutsche Brotkultur und das Chorwesen genannt. Eine wichtige Tradition sei bei uns leider abhandengekommen: Der Respekt vor Lebensmitteln und deren Erzeuger. Alles müsse billig und noch billiger sein. Böden und Grundwasser seien mit Phosphaten und Quecksilber hoch belastet, was die Menschen krank mache und eine erhöhte Sterberate durch Krebs zur Folge habe. Da hier  die Lebensgrundlage künftiger Generationen beschädigt werde, seien Traditionen auch ethisch und moralisch zu bewerten. Gute Lebensmittel gebe es nicht zum Discountpreis. Bräuche und Traditionen seien nicht starr und unveränderlich, sondern unterstehen dem Wandel als fortwährende Veränderung. Sie passen sich somit den sich dauernd verändernden gesellschaftlichen Bedingungen an. Wulf Wager betonte die Notwendigkeit von Traditionen, denn sie geben uns Halt und Sicherheit, Erdung und Identität sowie Zusammenhalt im Gemeinwesen. Er schloss seinen Vortrag zur Tradition mit dem Rat „Gutes pflegen und Neues bewegen, Fremde und Fremdes integrieren. So wie es schon immer war.“ Im Anschluss an die Neujahrsansprache dankte der 1. Vorsitzende des SPD Ortsvereins, Hans-Georg Kruse, allen Rednern, der Musikgruppe von Frau Stephanie Halder, sowie den Helferinnen und Helfern. Er lud alle Anwesenden dazu ein, noch eine Weile zu bleiben und den Abend gemeinsam mit Getränken und guten Gesprächen ausklingen zu lassen, was von den Gästen gerne angenommen wurde.

Stephan Naumann, SPD Ortsverein Altenriet